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Pressemitteilung

Veröffentlicht am 19. Januar 2021

Psychosoziales Traumazentrum für Flüchtlinge braucht auch weiterhin Unterstützung

Vor den Haushaltsplanberatungen wendet sich Innosozial noch einmal an die Fraktionen im Kreistag, in der Stadt Ahlen und in der Stadt Hamm mit der Bitte um Finanzierung der nicht durch das Land NRW gedeckten Kosten für das Psychosoziale Traumazentrum (PTZ).

„In den vergangenen vier Jahren sind wir zunächst mit zwei Vollzeitstellen von Stiftungen und ab 2020 vom Land NRW gefördert worden und haben in dieser Zeit mehr als 400 Flüchtlinge mit traumatischen Erfahrungen durch Therapie und Beratung begleitet“ – so fasst Innosozial Geschäftsführer Dietmar Zöller die Arbeit zusammen. Auch 2020 sind, wie in den Jahren zuvor, jeweils 120-140 neue Nachfragen im PTZ aufgetreten.
Traumata und weitere gravierende psychische Belastungen führen nicht sofort nach der Ankunft zu einer Behandlung, denn sonst müssten ja bei nachlassenden Flüchtlingszahlen auch die Anfragen im PTZ sinken. Dass das nicht so ist, erklärt die Koordinatorin Jacqueline Gehrcke damit, dass oft am Anfang Sprache, Wohnen und Schule oder Arbeit anstehen und erst nach einer Orientierungsphase der Bedarf und die Bereitschaft für Therapie und Behandlung entstehen. Oder wenn bei Enttäuschungen über lange Asylverfahren, über schwierige Eingewöhnung und Isolation akute Krisen bis zu Suizidgefahr auftreten.
Das PTZ ist mit Psycholog*innen und Sozialarbeiter*innen mit Dolmetscher*innen und dem interkulturellen Hintergrund so aufgestellt, dass Diagnostik, Beratung und Therapie einzeln und in Gruppen möglich werden. Unter Corona-Bedingungen wurde weitgehend über Telefon, WhatsApp und digitale Möglichkeiten der Kontakt und die therapeutische Begleitung gut gesichert.
„Allerdings finden auch unter Wahrung des Schutzkonzeptes Therapien im Haus statt“, versichert die leitende Psychologin Angelika Dittmann.

Mit dem PTZ hat die Region Ahlen/Hamm eine Institution, wie es keine andere gibt. „Wären wir nicht da, würden Flüchtlinge vermehrt bei Jugend- und Sozialämtern und Psychiater*innen auflaufen, die aber vielleicht auf lange Wartelisten bei niedergelassenen Therapeuten verweisen könnten oder sich mit den Problemen befassen müssten, wofür sie aber nicht die umfangreichen Qualifikationen wie das PTZ haben – von den entstehenden Kosten mal abgesehen. „So entsteht für die Fachkräfte mit dem PTZ eine Win-Win Situation für alle, weil Chronifizierungen und Kosten vermieden werden“, führt Zöller weiter aus.
Nach Auffassung der Psychologinnen würden ohne PTZ mehr stationäre Unterbringungen etwa im Rochus Hospital erfolgen und Kinder wären massiver bis hin zu Fremdunterbringung betroffen. „Stationäre Aufenthalte können wir natürlich nicht immer verhindern und deshalb freuen wir uns über die enge Zusammenarbeit mit dem Rochus Hospital, deren Mitarbeiter*innen wir immer anfragen können und die andererseits an uns zur Weiterbehandlung verweisen“, berichtet Angelika Dittmann.
„Wir sind mit allen öffentlichen und freien Beratungsinstitutionen in engem Austausch, machen Fortbildungen für Schulen und Einrichtungen und sind insofern ein wichtiger Baustein einer funktionierenden Versorgung für diese hochbelastete Zielgruppe“, erklärt die Koordinatorin Jacqueline Gehrcke zum Schluss.

Weitere Infos unter:  PTZ

Foto: v.l . Jacqueline Gehrcke, Angelika Dittmann und Dietmar Zöller gehen auch in 2021 zuversichtlich an die herausfordernde Arbeit im PTZ.

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